Warum es in der NLB spannender wird als in der NLA

 

Die Meisterschaft 2026 steht vor der Tür. Wir wagen erneut den Blick in die Kristallkugel. In Teil 1 schauen wir auf die Nationalliga.

 

Die Meisterschaft 2025 hat die Karten respektive die Ligen und Gruppen neu gemischt. Das verändert die Ausgangslage an gewissen Orten sehr stark, andernorts gar nicht. Während in der NLA mit 14 Teams alles beim Alten bleibt, hat sich die NLB halbiert. Die Folge: Das Niveau wird sich anheben, wir werden viele Duelle auf Augenhöhe sehen. Ein Grosskampf um den Aufstieg wird es auch in der von vier auf zwei Gruppen geschrumpften 1. Liga geben – zumal B-Mannschaften wieder aufstiegsberechtigt sind.

 

Im ersten Teil der Vorschau bleiben wir aber in der Nationalliga. Die Hoffnung auf einen spannenden Meisterkampf war dabei auch schon grösser. Interessanter wird es, wenn wir auf die neu zusammengesetzte NLB blicken.

 

Wir erwähnen es zur Sicherheit nochmals: Selbst wenn wir alle Kristallkugeln von Marco Odermatt klauen würden, wäre es trotzdem nur eine Prognose, was wir hier tun.

 

Los geht’s!

 

Ein Blick auf die Transferliste zeigt: Mit Simon Erni (nach Heimiswil) und Lukas Wälti (nach Wileroltigen) verliert Meister Höchstetten A die Schlägerkönige von 2018 (Wälti) und 2015 (Erni). Das tönt nach gewichtigen Abgängen. Und doch könnte man zur Ansicht gelangen: na und? Bei Wälti muss man präzisieren, dass er in der letzten Saison nicht spielte. Zudem sicherten sich die Höchstetter die Dienste von Michael Wegmüller (kommt von Urtenen A) und Nino Schüpbach (von Gerlafingen-Zielebach A). Also: noch Fragen?

 

Wir haben keine. Der Serienmeister zeigt sich nicht nur am Bock, sondern auch im Ries fast unbezwingbar. Letztmals kassierte Höchstetten A am 29. Mai 2023 eine Nummer in einem Meisterschaftsspiel. Es braucht wohl mehr als einen Ausrutscher und eine schier perfekte Saison eines Herausforderers, um Höchstetten A zu entthronen.

 

Am ehesten lauert wohl Wäseli A auf seine Chance. Weitere Herausforderer sind Heimiswil A, Wasen-Lugenbach A und Bern-Beundenfeld A. Die Heimiswiler haben sich mit Simon Erni und Jonas Stalder (von Rüderswil) namhaft verstärkt und melden damit ihre Ambitionen an. Gleich zehn Neuverpflichtungen zeigt die Transferliste bei Bern-Beundenfeld an, wobei nicht alle für die erste Mannschaft infrage kommen. Für die Stadtberner endete eine enttäuschende Meisterschaft 2025 nur auf Rang 6. Das Hauptproblem war die Riesarbeit. Die Frage ist: Findet sich das neu zusammengestellte Team schnell genug, um die Probleme in den Griff zu bekommen?

 

Dahinter wird es schwer vorhersehbar. Jede dieser Mannschaften könnte sich durch eine Baisse bereits im Abstiegskampf wiederfinden. Wir sehen Rüdtligen-Alchenflüh A weiter hinten als im Vorjahr (Rang 4). Den umgekehrten Weg dürfte Röthenbach i.E. A gehen. Die Emmentaler konnten ihre starke Meisterschaft 2024 nicht bestätigen und fielen auf Rang 9 zurück. Während Urtenen A die Rückkehr in die erste Tabellenhälfte anstrebt, sehen wir Richigen A weiter hinten als in der Saison 2025 (Rang 6). Ihre Stärke war das Abtun, zudem konnten sie sich früh vorne festsetzen, was sicher ein Vorteil für den weiteren Verlauf war. Wir sind skeptisch, ob das nochmals gelingt.

 

Während wir bei Wichtrach A dank klugen Verstärkungen Breakout-Potenzial sehen, sofern sie ihre PS auf den Boden bringen und im Ries stärker werden, stellt uns Lyss vor Rätsel. Die Seeländer sind die NLA-Wundertüte schlechthin. Nach gutem Start kassierten die Seeländer in der vergangenen Saison in den letzten neun Runden sieben Niederlagen. Und einem der beiden Siege haftete noch der Makel einer Nummer an. Also Lyss A: Quo vadis?

 

Im Abstiegskampf wiederfinden werden sich nebst Balzenwil A auch die beiden Aufsteiger: Schüpbach A und Sinneringen-Vechigen A.

 

Fazit: Alles andere als ein weiterer Höchstetter Meistertitel wäre mindestens eine Überraschung. Gespannt darf man sein, ob die Angriffe nach vorne von Heimiswil und Bern-Beundenfeld gelingen werden. Grosse Bewegungen bei den Kräfteverhältnissen erwarten wir nicht – vielleicht werden wir überrascht?

 

Die NLB-Saison 2025 hat wahrlich viele Geschichten geschrieben. Wird es in diesem Jahr wieder so sein? Die Ausgangslage ist mit der Verkleinerung auf 14 Mannschaften zumindest vielversprechend.

 

Für viele NLB-Teams war der Ligaerhalt in der vergangenen Saison bereits eine kleine Meisterleistung. Unter den aktuellen 14 Teams in der NLB kennt man sich gut: Aus der 1. Liga gab es infolge der Ligareform keine Aufsteiger. Aus der NLA abgestiegen sind Utzigen A und Oschwand-Biembach A. Letztere waren eine Saison in der NLA, Utzigen deren drei.

 

Für beide Absteiger wird auch die Nationalliga B kein Zuckerschlecken. Die Utziger sehen wir als grösste Widersacher eines Oberaargauer Trios: Zuoberst auf unserer Favoritenliste stehen Mättenwil-Brittnau A, Thörigen A und Oberönz-Niederönz A. Damit es auf einen der beiden Aufstiegsplätze reicht, müssen die Thöriger ihr Trauma mit den finalen Spielen in der Meisterschaft überwinden und die Önzer müssen sich im Ries noch steigern.

 

Bei Gerlafingen-Zielebach A stellt sich nicht zuletzt die Frage, wie schwer der Abgang von Nino Schüpbach wiegt. Mit ihm geht ein kompletter Hornusser verloren. Dennoch werden sich die Gerlafinger nach vorne orientieren wollen. Dasselbe gilt für Winterthur A und Oeschenbach-Kleindietwil A.

 

Damit sind sieben Mannschaften aufgezählt und es geht bereits in die zweite Tabellenhälfte. Hier ist enorm vieles offen und schwer abzusehen. Da wären einerseits die beiden Sensationsteams der letzten NLB-Saison: Zimmerwald A und Hintermoos-Reiden A. Sie haben sich letzte Saison schon (sehr) erfolgreich gewehrt und konnten sich dabei auf ihre Stärken im Ries verlassen. Die werden sie auch dieses Jahr brauchen. Wir trauen beiden Mannschaften den Ligaerhalt zu, auch wenn es erneut grossartige Leistungen benötigen wird.

 

Auch Absteiger Oschwand-Biembach A ist natürlich ein Kandidat für die vordere Ranglistenhälfte, wenn die Mannschaft ihre Defensivstärken zurückerlangen kann. Hier sehen wir insofern ein Fragezeichen, weil die Abstiegssaison nach dem Grosserfolg des Aufstiegs in die NLA die Gefahr birgt, dass sich eine gewisse Genügsamkeit breitmacht.

 

Gondiswil A flog letzte Saison etwas unter dem Radar, ergatterte sich aber den vierten Rang in der Gruppe 2. Wir denken, dass diese schwächer besetzt war als die Gruppe 1 und trauen der Sache nicht so recht. Die Gondiswiler können weder am Bock noch im Ries mit ihren Leistungen herausragen. Ohne Steigerung gegenüber dem letzten Jahr dürften die Abstiegsgespenster bis in die letzten Runden herumgeistern. Hettiswil-Eintracht-Moosseedorf A schätzen wir da stärker ein, auch wenn sie den Ligaerhalt nur ganz knapp bewerkstelligen konnten. Allerdings in der von uns stärker eingeschätzten Gruppe 1. Wohin geht’s also? Wir sehen durchaus Potenzial für einen Aufstieg in die erste Ranglistenhälfte.

 

Damit verbleiben noch Rüderswil A und Belp-Toffen A. Beide haben eine schwierige Meisterschaft 2025 hinter sich, in der sie die Liga gerade noch so halten konnten. Weiter eint beide Mannschaften, dass sie Abgänge zu verzeichnen haben, die nicht kompensiert werden können. Bei den Rüderswilern wiegt der Weggang von Jonas Stalder nach Heimiswil schwer, wären sie doch dringend auf bessere Schlagleistungen angewiesen. Belp-Toffen A konnte sich letztes Jahr trotz zwölf Nummern in der NLB halten. So viele Nummern dürfen es diese Saison nicht mehr werden, sonst ist der Abstieg fast sicher.

 

Fazit: Die Reduktion auf 14 Mannschaften wird in der NLB von der Spitze bis zu den Abstiegsplätzen für Hochspannung und viele wichtige Direktbegegnungen sorgen. Wir vermuten, dass es auf den Abstiegsplätzen zu den grösseren Überraschungen kommen könnte als auf den beiden Aufstiegsplätzen. 

 

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