B-wundernswert & A-bstiegsbedroht

 

Völlig unterschiedliche Gefühlslagen bei den Balzenwiler Teams: Die B-Mannschaft sorgt für ein kleines Wunder und schafft den Ligaerhalt. Genau so ein Wunder braucht nach der Niederlage gegen das Schlusslicht auch Balzenwil A.

 

Was für ein Wochenende! Fingernägel litten, graue Haare wuchsen.

 

Balzenwil B stand am Samstag in Thunstetten vor einer Herkulesaufgabe: Um in der Tabelle am Heimteam vorbeizuziehen, brauchte es einen Sieg im Direktduell – ein Sieg mit Nummer hätte nur gereicht, wenn die Balzenwiler mehr Schlagpunkte erzielen als das Heimteam. Und dann war da auch noch das Fernduell mit Bleienbach, das ebenfalls einen Punkt vor den Balzenwilern lag.

 

Anders gesagt: Abelo verbote!

 

Die Tür geht auf

Im ersten Kehr hielten sich die Balzenwiler im Ries schadlos, auch wenn ein paar Nousse spät gesehen wurden. Thunstetten legte am Bock 441 Punkte vor. Nach dem Wechsel dauerte es nicht lange und das Heimteam musste zwei Nummern nacheinander hinnehmen. Eine Neun und ein 15er wurden unterstrichen. Damit ging die Türe für die Balzenwiler etwas auf, auch wenn es auf dem Bockstand nicht wunschgemäss lief. Mit 355 Punkten war der Rückstand auf die Gastgeber schon uneinholbar gross. Deshalb galt weiterhin: Abelo verbote!

 

Reicht es?

Der zweite Durchgang wurde zum Nervenkrieg, die Sehstärke schien nachzulassen. Eine sehr brenzlige Situation konnte Damian Lerch im allerletzten Moment und mit Glück entschärfen.

 

Zudem passierte in Röthenbach Entscheidendes: Dort kassierte Bleienbach eine Nummer. Damit war klar: Hält Balzenwil B dicht, ist der Ligaerhalt geschafft. Es folgten bange Minuten, die sich für die in grosser Zahl angereisten Auswärtsgäste wie Stunden anfühlten.

 

Doch die Balzenwiler schaukelten das Ding nach Hause – Ligaerhalt! Wer sich nun einen befreiten Schlussdurchgang am Bock erhoffte, wurde enttäuscht. 714 Punkte erzielten die Balzenwiler, Thunstetten kam auf 800. Das dürftige Resultat mit dem Stecken interessierte bei den Balzenwilern aber niemanden mehr.

 

Nach dem Motto «wir haben keine Chance, also nutzen wir sie» vollbrachte Balzenwil B ein kleines Hornusser-Wunder und bleibt in der 2. Liga.

 

 

Gegner liessen Punkte liegen

Am Sonntag wollte Balzenwil A nachziehen. Zu Gast bei Schlusslicht Sinneringen-Vechigen A waren dazu vier Punkte Pflicht, zumal die Konkurrenz am Samstag Federn gelassen hatte: Lyss in Heimiswil und Röthenbach im Wäseli mussten waren ohne Punkte geblieben. Mit einem Vollerfolg wären die Balzenwiler an Lyss vorbei- und mit Röthenbach gleichgezogen.

 

Ausgangslage klar, auf ins Spiel!

 

Beim dreizehnten Streich zuckten die hintersten Balzenwiler Männer nur noch: 19 – gut. Die Enttäuschung: riesig. Wo kam der her? Die vorherigen Streiche wurden gesehen, die unmittelbar nachfolgenden auch noch. Dann aber schien es, als wäre ein Schalter gekippt: Gleich mehrere Nousse wurden gar nicht oder sehr spät gesehen. Die Balzenwiler suchten nach Erklärungen, fanden jedoch keine.

 

Die Hoffnung am Leben halten

Die Devise lautete nun: zusammenreissen und den Fokus vorerst auf das Spiel am Bock legen. Das Spiel dauerte noch lange, jeder Punkt könnte Gold wert sein.

 

Das Heimteam legte 266 und 278 Punkte vor. Bei den Balzenwilern schlichen sich früh zwei Streiche unter der 10er-Marke ein. Vor allem das erste Ries gelang aber gar nicht optimal. Mit 252 und 282 Punkten lagen die Balzenwiler auf Nullerkurs, mit 10 Punkten Rückstand war die Hoffnung auf einen Punkt aber noch am Leben.

 

Zweiter Durchgang: Das Heimteam konnte die Pace am Bock nicht ganz aufrechterhalten. 284 und 245 Punkte führten zu einem Total von 1073. Die Balzenwiler hatten keine ganz blinde Phase mehr wie in Durchgang eins. Angenehm war das Abtun dennoch nicht. Mit dem Unterschied, dass die Gäste nun Mittel und Wege fanden, um die kleinen schwarzen Hartgummigeschosse in den Griff zu kriegen. Manchmal in Form von Glück, in einem anderen Fall dank eines gekonnten Kellenwurfs von Daniel Flückiger.

 

Balzenwil A braucht ein kleines Wunder

Mit einer Nummer im Gepäck ging es für die Balzenwiler an die Aufholjagd. Punkt für Punkt wurde gutgemacht, doch es blieb eine enge Kiste. Als die letzten beiden Balzenwiler noch angezählt waren, litten wieder ein paar Fingernägel.

 

Sie lösten ihre Aufgaben auch unter höherem Druck. Mit dem zweitletzten Streich wurde das Total des Heimteams übertroffen. Weil sich Sinneringen-Vechigen im Ries schadlos hielt, waren die 1096 Schlagpunkte der Balzenwiler noch einen Punkt wert.

 

Balzenwil A bleibt mit 25 Punkten auf dem zweitletzten Rang und kann den Abstieg aus eigener Kraft nicht mehr verhindern. Am kommenden Samstag reist zudem Leader Höchstetten A ins Möösli. Der Titelverteidiger kämpft in einem Fernduell mit Wäseli A um den Meistertitel.

 

Noch nicht gerettet sind Lyss A und Röthenbach im Emmental A. Auch diese beiden Teams treffen zu Hause auf schlagstarke Mannschaften: Lyss empfängt Wasen-Lugenbach A, die Röthenbacher treffen auf Bern-Beundenfeld A.

 

 

Was kann Balzenwil noch retten?

Folgende Szenarien können Balzenwil A noch retten:

  • Balzenwil gewinnt, holt 4 Rangpunkte, und Lyss holt nicht mehr als 2 Rangpunkte
  • Balzenwil gewinnt, holt 4 Rangpunkte, und Röthenbach holt nicht mehr als einen Rangpunkt
  • Balzenwil holt 2 Rangpunkte, kassiert nicht mehr als 2 Nummern oder aber maximal 2 Nummern mehr als Lyss im letzten Spiel und Lyss bleibt ohne Punkt

Alle anderen Resultate würden das NLA-Abenteuer der Balzenwiler nach zwei Saisons vorläufig beenden. Das Spiel gegen Höchstetten vom Samstag, 11. Juli, beginnt um 11 Uhr auf dem Möösli.

 

Röthenbach beginnt sein Spiel gegen die Berner um 12.30 Uhr, Lyss und Wasen-Lugenbach starten um 13 Uhr.

 

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