Es hat nicht sollen sein: Balzenwil A verpasst das Wunder am letzten Spieltag und muss den Gang in die NLB antreten.
Vor der letzten Runde von einer Herkulesaufgabe zu sprechen, wäre fast noch untertrieben gewesen. Aus eigener Kraft konnte Balzenwil A den Ligaerhalt nicht mehr schaffen. Und niemand Geringeres als Höchstetten A – Leader und Titelanwärter Nummer eins – stand auf der Gegenseite.
Die Devise war klar: Nochmals alles geben, zwei Punkte für eine saubere Riesleistung holen und dann schauen, was daraus wird.
Höchstetten und Nino Schüpbach souverän
Die Kulisse war schon mal meisterwürdig: Trotz heissem Wetter fanden viele Zuschauerinnen und Zuschauer den Weg ins Möösli, um den beiden Mannschaften für die letzte Runde der Meisterschaft 2026 die Daumen zu drücken. Den meisten dürften zu Beginn des Spiels zwei Dinge aufgefallen sein: Erstens hatten die Höchstetter im Ries keinerlei Probleme. Zweitens konnten die Balzenwiler am Bock nicht durchs Band überzeugen. Wie so oft in letzter Zeit wechselten sich Licht und Schatten ab. Es reichte für 502 Punkte.
Bei den Gästen setzte Nino Schüpbach mit den Streichen 24 und 23 schon früh eine Marke. Für ihn ging es darum, ob er sich die Einzelschlägerkrone aufsetzen kann. Und danach sah es bei Spielhälfte aus: Niemand kam an seine Leistung heran. Balzenwil zeigte beim Abtun eine konzentrierte Leistung und kam selten in Bedrängnis. Patrick Lüscher entschärfte einen schnellen Streich gekonnt. Höchstetten schloss den ersten Durchgang mit 604 Punkten ab.
Höchstetten feiert, Balzenwil bangt
Bei noch etwas zäheren Bedingungen im zweiten Durchgang baute Balzenwil am Bock ab. Es reichte nur zu 978 Schlagpunkten. Dann flogen Höchstetter Schindeln durch die Luft. Der Sieg war den Höchstettern nach erfolgreicher Riesarbeit nicht mehr zu nehmen. Die Titelverteidigung war Tatsache.
Die Balzenwiler mussten nochmals im Ries ran. Nino Schüpbach legte einen 22er und einen 23er nach und kam auf 92 Punkte. Damit war die nächste Entscheidung gefallen: Schüpbach gewinnt gleich in seiner ersten Saison bei den Höchstettern die Einzelschlägerwertung der NLA.
Lange sah es nach zwei Rangpunkten für die Balzenwiler aus, was die Hoffnungen auf den Ligaerhalt am Leben gehalten hätte. Einmal wurde es allerdings enorm brenzlig. Erst im allerletzten Moment flog im 20er die Kelle und erwischte den Nouss. Glück gehabt!
Knapp wurden die zwei Rangpunkte über die Ziellinie gerettet. Das Endergebnis: 978 Punkte für die Balzenwiler, 1216 für Höchstetten. In der virtuellen Tabelle schloss Balzenwil zu Lyss auf. Die Seeländer hatten ihre Partie gerade erst begonnen, ein Punkt würde für sie genügen und die Balzenwiler in die NLB relegieren.
Derweil begannen auf dem Möösli die Feierlichkeiten. Höchstetten A wurde zum Schweizer Meister gekürt, Nino Schüpbach zum Sieger in der Einzelwertung.
Weniger Nummern in der ganzen NLA
Die Blicke der Balzenwiler waren nach den Ehrungen auf ihre Smartphone-Displays gerichtet. Im Hornussen Live-App sahen sie zu, wie Lyss seine Aufgabe meisterte und alle Hornusse abtun konnte. Damit war der Balzenwiler Abstieg besiegelt.
Zwei Saisons waren die Balzenwiler nach dem Aufstieg 2024 in der NLA vertreten. In der ersten Saison musste die Mannschaft vor allem zu Beginn Lehrgeld zahlen, aber ein toller Endspurt reichte zum Ligaerhalt. In diesem Jahr lief es andersrum: Lange blieben die Balzenwiler auf Kurs – und ohne Nummer.
Auffällig: Nur 29 Nummern fielen in der NLA-Meisterschaft 2026. Letztes Jahr waren es noch 48 gewesen. Deshalb waren die beiden Nummern, die Balzenwil gegen Röthenbach und Sinneringen-Vechigen kassierte, schon zu viel. Zudem lief es in den entscheidenden Spielen auch am Bock nicht wie gewünscht. Nur Richigen und Sinneringen-Vechigen wurden nach Schlagpunkten bezwungen, das Spiel gegen letztere ging infolge der Nummer dennoch verloren.
Am Ende fehlten nur zwei Punkte zum Ligaerhalt. Die kann man überall suchen, das geht der Konkurrenz nicht anders. Ein kleiner Trost: Können die Balzenwiler ihre Riesarbeit in der nächsten Saison wieder abrufen, sind die Chancen intakt, um in der NLB ganz vorne mitzuspielen.
Vorerst heisst es aber: Abschalten und Sommerpause geniessen. Im August warten mit den Hornusserfesten die nächsten Highlights, an denen sich die Balzenwiler wieder von der besten Seite zeigen möchten.
Wir gratulieren!
An dieser Stelle noch einmal eine herzliche Gratulation an Schweizer Meister Höchstetten A, an Nino Schüpbach – und an alle anderen Aufsteigerteams und Sieger in den Einzelwertungen.
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